Patienteninformationen zu Brustkrebs
Überblick
Beim Brustkrebs wächst eine bösartige Gewebeveränderung, ein so genannter Tumor, in der Brustdrüse. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Am häufigsten betroffen sind Frauen ab dem fünfzigsten Lebensjahr.
Als Risikofaktoren für Brustkrebs gelten eine erbliche Vorbelastung, eine frühe erste Regelblutung, vor dem 12. Lebensjahr, und späte letzte Regelblutung. nach dem 50. Lebensjahr, Rauchen, fettreiche Ernährung und starkes Übergewicht, Alkoholkonsum, Kinderlosigkeit oder eine späte erste Schwangerschaft, nach dem 35. Lebensjahr, und Nichtstillen. Eine Hormonersatztherapie während oder nach den Wechseljahren steigert das Brustkrebsrisiko ebenso.
Obwohl Brustkrebs als Frauenkrankheit bekannt ist, können auch Männer erkranken, wenn auch in wesentlich geringerer Anzahl.
Im Frühstadium ist Brustkrebs meist nicht schmerzhaft, jedoch gibt es verschiedene Anzeichen, die darauf hinweisen können. Das sind vor allem Verhärtungen, Knoten oder Hautveränderungen der Brust, tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle, Einziehung der Brustwarze oder wässriger, blutiger Ausfluss aus der Brustwarze sowie Größenunterschiede der Brüste.
Diagnose und Behandlung
Beobachtet der oder die Betroffene auffällige Veränderungen, sollte zeitnah ein Arzt, häufig der Frauenarzt, hinzugezogen werden. Er wird zuerst nach der Krankengeschichte fragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Diese umfasst die Tastuntersuchung, eine Röntgenuntersuchung, die so genannte Mammografie, und eine Ultraschalluntersuchung der Brüste. Die Diagnose wird durch eine Gewebeprobe gesichert.
Mittlerweile gibt es sehr viele verschiedene Therapieverfahren, die immer individuell auf die Krebsart und den Betroffenen abgestimmt werden. Chemotherapie, Bestrahlung und Operation sind längst nicht mehr die einzigen Optionen. Häufig findet eine Kombination verschiedener Verfahren Anwendung. Wichtig ist der Besuch eines spezialisierten und zertifizierten Zentrums, da nur so sichergestellt werden kann, dass die neuesten und besten Therapien angewendet werden.
Ausblick
Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb wichtig und werden auch von der Krankenkasse übernommen. Zusätzlich ist es sinnvoll die eigenen Brüste regelmäßig selbst abzutasten um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Rechtzeitig erkannt und leitliniengerecht behandelt, sind die meisten Brustkrebs-Erkrankungen heilbar. Allerdings muss bei Brustkrebs im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen auch nach längerer Zeit noch mit dem Wieder-Auftreten von Krebszellen gerechnet werden.
Literatur:
- Schulte D. Mammakarzinom. In: I care Pflege. 2., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-163255
- Blohmer J, Lüftner D, Regierer A. 108 Mammakarzinom. In: Suttorp N, Möckel M, Siegmund B et al., Hrsg. Harrisons Innere Medizin. 19. Auflage. ABW Wissenschaftsverlag; 2016.